Rückstossantrieb
Der Rückstossantrieb ermöglicht es einem Körper, seinen Impulsinhalt in Abwesenheit von andern Körpern zu ändern. Dabei wird der Impuls zwischen Körper und wegströmender Materie getrennt. Die einfachste Umsetzung des Rückstossantriebes findet man bei der Wasserrakete.
Inhaltsverzeichnis |
Triebwerke
Raketen und neuere Flugzeuge sind mit Triebwerken ausgerüstet, die das Rückstoss-Prinzip ausnutzen. Im Strahltriebwerk wird der Impuls auf die durchströmende Luft umgeladen. Im Raketentriebwerk wird der Impuls zwischen den ausströmenden Stoffen und der Rakete ausgetauscht. Der Propellerantrieb kann nur zum Teil mit dem Rückstoss-Prinzip erklärt werden.
Klassifikation:
Impulsbilanz
Ein Rückstossantrieb trennt Impuls zwischen dem zu beschleunigenden System und dem ausströmenden Gas.
Rakete
Wählt man die positive x-Richtung in Flugrichtung, lautet die Impulsbilanz
Schreibt man den Impulsinhalt des Systems mit Hilfe des Kapazitivgesetzes als Masse mal momentane Geschwindigkeit, gilt
Der konvektive Impulsstrom darf als Geschwindigkeit des Gases mal Massenstromstärke geschrieben werden. Die Impulsbilanz nimmt dann die folgende Gestalt an
Ersetzt man die Geschwindigkeit des Gases durch die Geschwindigkeit der Rakete und die Ausströmgeschwindigkeit des Gases (vGas = vx - c) und nimmt noch die Massenbilanz (Im = dm/dt) dazu, vereinfacht sich die Gleichung auf
Bezeichnet man -c Im als Schubkraft, nimmt die Impulsbilanz die Form des Aktionsprinzips von Newton an. Diese Lesart ist natürlich unsinnig, da die Newtonmechanik nicht direkt auf offene Systeme angewendet werden kann.
Integriert man die Impulsbilanz über die Brenndauer, erhält man die Raketenformel
Der Index e steht für Ende und a für Anfang. Eine Rakete fliegt demnach um so schneller, je schneller das Gas ausströmt und je grösser das Verhältnis der Masse des Brennstoffes zur Restmasse ist.
Strahltriebwerk
Die Impulsbilanz bezüglich einer das Triebwerk eng umfassenden Referenzfläche lautet
Bei dieser Bilanzgleichung wird vorausgesezt, dass die Strömung sowohl im eintretenden als auch im austretenden Strahl homomgen ist, dass an der Oberfläche des Bilanzgebietes keine Scherspannungen auftreten und dass der Impulsinhalt konstant bleibt.
Setzt man zudem voraus, dass der resultierende, leitungsartige Impulsstrom, die Oberflächenkraft, gleich Null ist, reduziert sich die Impulsbilanz auf zwei Terme
Vernachlässigt man die Masse des Brennstoffes, sind die beiden Stärken des Massenstromes entgegengesetzt gleich gross. Mit der positiven x-Richtung nach vorne erhält man
- v1Im + v2Im = (0 − (v0 − c)Im = (c − v0)Im
Diese Impulsbilanz gilt bezüglich eines Systems, in dem die umgebende Luft ruht. v0 ist die Geschwindigkeit des Triebwerkes gegen die Luft und c ist die Gasaustrittsgeschwindigkeit.